Training vor Baumaschinen

Pokljuka hofft auf baldige Eröffnung des neuen Biathlon-Zentrums

Training vor BaumaschinenWenn das Stadion in Pokljuka in Zukunft das hält, was der jetzige Anblick verspricht, dann wird man dort in den nächsten Jahren einen großartigen Austragungsort für Biathlon- und Langlaufveranstaltungen vorfinden. Doch vorerst herrscht noch Bau-Chaos auf dem Hochplateau über dem slowenischen Touristenort Bled.

Mitten im Baustellenlärm trainiert derzeit die slowenische Biathlon-Nationalmannschaft für die zwei nächsten anstehenden Highlights. „Kommende Woche haben wir hier slowenische Meisterschaften, dann geht es natürlich zur Sommerbiathlon-WM in Oberhof", erklären die Trainer. Mit Teja Gregorin stellt Slowenien eine der Titelverteidigerinnen, dass die aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrte Tadeja Brankovic-Likozar bereits in Oberhof ihren ersten internationalen Einsatz feiern wird, ist vorerst jedoch nicht geplant.

Was jedoch in Planung steht, ist die Eröffnung des „Sport Centers Pokljuka". Obwohl gefühlte 500 Menschen auf der Baustelle rumwuseln, gehen die Bauarbeiten nur langsam ihrer Vollendung entgegen. „Uns war es natürlich wichtig, dass erst einmal der Trainingsbetrieb gesichert werden kann und die Rollerstrecke fertig ist. Das ist uns im Zeitplan gelungen, aber natürlich ärgert man sich über jeden Tag, an dem das Hauptgebäude noch nicht fertig gestellt ist", erklärt Pokljukas OK-Chef Borut Nunar.

 Besonders ärgerlich war es diese Woche für die Sportler. Drei Stürze mussten die Athleten in Kauf nehmen, weil Baumaschinen unachtsam über die Rollerbahn gefahren waren. Zuvor hatten bereits ein Wasserschaden und erst letzte Woche ein Feuer für Hiobsbotschaften gesorgt…So sehr man sich auch auf die neue Anlage freut, so sehr sehnt man sich doch ihre Fertigstellung herbei.

Bauarbeiten mit vielen Auflagen
Beeindruckend ist das neue Areal allemal. Ein 80m langer Tunnel zieht sich unter dem Stadion und dem Hotel hinweg, der Athleten und Betreuern einen reibungslosen Zugang zu Start- und Schießstandareal gewähren soll. Zusätzlich wurde ein unterirdischer Aufenthaltsraum gebaut, sowie neue feste Tribünen. „Aufgrund der Bestimmungen des Triglav Nationalparks durften wir nur eine Tribüne für 999 Zuschauer bauen", erklärt Nunar das Projekt. OK-Sekretär Tomaz Sustersic sieht den bisherigen Baufortschritt eben aufgrund dieser Bestimmungen als angemessen an. „Hier solch ein großes Projekt zu verwirklichen, ist natürlich mit vielen Auflagen verbunden. Ob es nun um die Strecke, die Beleuchtung oder die Trainingszeiten geht. Das alles ist in einem Nationalpark bis ins kleinste Detail vertraglich festzulegen! Und da wir aufgrund des starken Schneefalls erst vor zehn Monaten mit dem Bau anfangen konnten, kann man auf jeden Fall zufrieden sein!"

Die Aussicht aus den HotelzimmernBeste Position für TV-Kommentatoren
Zufrieden werden vor allem die TV-Kommentatoren sein. Die Kabinen für die Reporter werden auf dem Hotelbalkon vor den Zimmern ihren Platz finden, daher witzelt man innerhalb der Fernsehteams schon über im Schlafanzug kommentierende Kollegen. Eurosport-Kommentator Sigi Heinrich schmunzelt da nur bestätigend: „Das sind doch wunderbare Arbeitsbedingungen…Kann man nicht klagen!"

Doch bevor Heinrich die Möglichkeit hat, quasi vom Bett in die Reporterkabine „zu fallen", muss erst einmal alles fertig werden. Der Druck ist nahezu ebenso groß, wie die Hoffnung, alles möglichst bald abgeschlossen zu haben. Die Sportführung rauft sich mittlerweile schon die Haare, die Bauarbeiter hingegen gehen weiter gemächlichst ihrer Arbeit nach. Doch wie hieß es so schön die letzten Wochen und Monate von Seiten der Bauherren? „Morgen wird es fertig. Auf jeden Fall!"

Vielleicht aber auch erst übermorgen…

 

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