Doping

Meldonium, Verharmlosung und Dopingskandal zugleich

Immer wieder gibt es neue Wege den menschlichen Körper mit illegalen Mitteln zu trimmen. Ein sauberer Leistungssport scheint auch kurz vor der Sommerolympiade 2016 nicht zu existieren. Fast 300 Athleten aus verschiedensten Sportarten wurden des Missbrauchs mit Meldonium beschuldigt. Aber trotz Beweisen, die rechtlichen Konsequenzen für die Sünder werden hinausgezögert.

Es existiert ein Wirrwarr an Meldungen über die Dopingsünder mit scheinbaren Geständnissen, den möglichen Ausflüchten nach dem Betrug und den Diskussionen von Experten und Politikern.  

Eigentlich könnte man denken, die Sportwelt müsste die vielen positiven Tests auf das Herzmedikament Meldonium schockiert vermelden. Stattdessen rudern einige Verantwortliche zurück und verharmlosen die Einnahme von Meldonium.

Trotz des Verbotes seit Januar 2016 durch die Welt-Anti-Doping-Agentur, wird erstmal eingelenkt und die rückwirkenden Dopingtests bis September wurden teilweise wieder auf Eis gelegt. Über die zukünftigen Testverfahren wird neu diskutiert.

Verboten ist verboten, aber scheinbar nicht im Leistungssport. Obwohl Meldonium mit einer Leistungssteigerung in Verbindung gebracht werden konnte, werden nun die wissenschaftlichen Erkenntnisse angezweifelt. Es sei nicht klar wie lange der Stoff im Körper bleibt und nachgewiesen werden kann. Keine definitiven Beweise, heißt für viele Sportler, die das Medikament verwendeten, erstmal Freispruch. Auch beim russischen Biathleten Eduard Latypov wurde die vorläufige Suspendierung ausgesetzt. 

Experten fürchten mehr die juristischen Probleme und den Imageschaden der Verwaltungsorgane. Die gesundheitlichen Folgen und die Vorbildfunktion von Leistungssportlern gegenüber Jugendlichen rückt in den Hintergrund. In den Ländern, in denen Meldonium zugelassen ist, wird es bei Patienten mit Angina Pectoris und Herzinfarkt eingesetzt. Es wird u.a. verordnet, um die Sauerstoffzufuhr zum Herzen zu verbessern. Knapp 300 Sportler haben Meldonium demnach verwendet, um die Blutversorgung und die Ausdauer zu steigern.  Außerdem zählt Meldonium zu einem geeigneten Hilfsmittel für schnelles Abnehmen.

Wie die Welt-Anti-Doping-Agentur weiter vorgehen wird und wie die Konsequenzen ausfallen, das bleibt weiter spannend.

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