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Michael Rösch ist faktisch Belgier!

roesch michaelNachdem berichtet wurde, dass Michael Rösch in absehbarer Zeit die belgische Staatsbürgerschaft erhält und er, wenn alles klappt, bereits in der ersten Weltcuphälfte für Belgien an den Start gehen wird, haben wir bei Michael Rösch direkt nachgefragt und folgende Antworten auf unsere Fragen erhalten:

 

Ist das Verfahren bereits durch und haben Sie die belgische Staatsbürgerschaft bereits erhalten oder welche Hindernisse gibt es noch ?

Michael Rösch: Am Mittwoch habe ich einen Anruf vom Generalsekretär Phillip Heck erhalten, ich war der Erste der die Nachricht bekommen hat, dass ich jetzt faktisch belgischer Staatsbürger bin! Die schwierigste Hürde ist nun also gemeistert! Natürlich gibt es jetzt noch ein paar Formalitäten zu erledigen. Ich hoffe, dass dies aber schnell geht und ich noch dieses Jahr meine ersten Rennen für Belgien bestreiten kann!

Wenn Sie die belgische Staatsbürgerschaft besitzen heißt das wohl auch, dass Sie sich für den Weltcup erst über den IBU-Cup qualifizieren müssen, nachdem Belgien derzeit keinen Startplatz im Weltcup besitzt, oder welche andere Möglichkeiten stehen für Sie zur Verfügung?

Michael Rösch: Das ist richtig! Von daher wäre es sehr wichtig so schnell wie möglich starten zu dürfen, damit ich die Quali in Angriff nehmen kann.

Sie waren gerade mit Lars Berger und Alex Os zur Saisonvorbereitung in den Pyrenäen. Stellen Sie Ihr Trainingsprogramm aktuell selbst zusammen oder werden Sie bereits vom belgischen Nationaltrainer unterstützt ?

Michael Rösch: Lars, Alex und ich sind das Team „Feskslog“ (norwegisch für Fischabfall). Der Begriff ist etwas ironisch weil die beiden nicht im Team und sozusagen die „Leftovers“ sind. Ich habe extrem viel über die norwegische Trainingsphilosophie gelernt. Zudem genieße ich die Freiheit mein Training nach meinen Bedürfnissen zu gestalten. Und mit Lars als Weltklasseläufer und Alex als Superschützen kann ich in alle Richtungen profitieren. Mit dem belgischen Trainer Peter Thome bin ich in Kontakt. Er wird mich bei meinen ersten Einsätzen betreuen.

Sie haben Ihre Anstellung bei der Bundespolizei mit dem Antrag auf Einbürgerung in Belgien aufgegeben und damit von der Bundespolizei keine Unterstützung mehr. Müssen Sie Ihre Weltcupvorbereitung derzeit selbst finanzieren oder gibt es neue Sponsoren?

Michael Rösch: Dieser Schritt war sehr schwer, immerhin war ich Beamter auf Lebenszeit, hatte ein sicheres Einkommen! Das zeigt ja auch wie wichtig mir das ganze Projekt ist. Ohne meinen Arbeitgeber und Sponsor Entiretec/Entireinfra aus Dresden hätte ich mir den Schritt nicht leisten können! Und mit der DKB und Red Bull habe ich zwei Partner, auf die ich auch in dieser schwierigen Phase meiner Karriere bauen konnte. Dafür möchte ich auch an dieser Stelle herzlich danke sagen. Nichts desto trotz habe ich viel aus eigener Tasche finanzieren müssen!

Wie können Sie sich mit diesen durchwegs schwierigen Bedingungen zur Ausübung Ihres Sports ständig neu motivieren? Kann man sich da überhaupt auf die Trainingseinheiten konzentrieren, wenn man eigentlich gar nicht sicher weiß, ob man bald eine Chance hat, sich den Biathlonfans zu zeigen?

Michael Rösch: Ehrlich gesagt waren die 5-6 Stunden Training die einzige Zeit am Tag an der ich nicht über diese schwere Zeit nachgedacht habe! Ich habe einfach meinen Job gemacht weil es mir Spaß macht! Meine Motivation ist immer noch da und ich habe ein Ziel und vorher gebe ich nicht auf!

Ihre Fans bleiben Ihnen treu ganz egal ob Sie für Belgien oder ein anderes Land starten. Welche Botschaft möchten Sie gerne an Ihre Fans weitergeben?

Michael Rösch: Bereits letztes Jahr, als meine Entscheidung publik wurde, habe ich größtenteils positives Feedback erhalten! Das motiviert! Ich werde das Vertrauen mit Erfolgen zurück geben.

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