Andreas Heymann

Was macht eigentlich…Andreas Heymann?

Andreas HeymannAndreas Heymanns Geschichte war schon zu seiner aktiven Zeit eine recht interessante: 1989 holte der heute 42-jährige mit der DDR-Auswahl Bronze bei der WM-Prämiere des Teamwettbewerbs. Nach der Wende wurde die Leistungsdichte im Team so groß, dass für Heymann bald kein Platz mehr war." 1992 überlegte ich mir dann, was ich machen soll. Ich hätte in der Bundeswehr weiterarbeiten können, aber ich wollte doch eigentlich weiter Sport machen!", erklärt Heymann heute. Glücklicherweise war die Bundeswehr gerade mitten im Stellenabbau und so konnte Heymann ungehindert um seine Entlassung bitten, um nach Frankreich überzusiedeln und die kommenden Jahre für das Land seiner damaligen Ehefrau Delphine Burlet zu starten.

Doch aufgrund der Trainingsbedingungen in Frankreich wollte auch das nicht so richtig von Erfolg gekrönt sein und so beendete Heymann 2002 seine Karriere. "Danach arbeitete ich zwei Jahre als Trainer in meiner Region in Frankreich, doch nach Differenzen mit der französischen Sportführung habe ich dieses Amt niedergelegt." Heymann blieb dennoch in Frankreich, wo er noch heute mit seiner zweiten Ehefrau und seinen drei Kindern lebt. Mittlerweile ist der gebürtige Erzgebirger Ambulanzfahrer, wie er mit seinem französisch angehauchten Sächsisch erklärt: "Ich bin in diesen Beruf einfach reingefallen. Ich hatte ja keine wirkliche Ausbildung und nach dem Ende meiner Trainertätigkeit hing ich etwas in der Luft. Hätten mir die Franzosen einen anderen Vertrag gegeben, wäre ich sicher noch Trainer, aber wenn man Familie hat, muss man auf eine geregelte Einkunft achten. Und für Biathlon ist in Frankreich kaum Geld da!"

Dennoch vermisst er den Sport, wie er wehmütig erzählt. Noch immer hält er sich auf dem Laufenden, um nicht vollkommen den Bezug zum Skizweikampf zu verlieren. Vor allem – so gibt er zu – bereut er die Entscheidung, einige Trainerstellen abgelehnt oder verpasst zu haben. "Ich war in Altenberg im Gespräch, genauso wie in Kanada. Beides hat aus verschiedenen Gründen nicht geklappt und auch Frankreich stand immer wieder zur Debatte. Aber hier funktioniert das System so anders, das kann man mit Deutschland nicht vergleichen. Bis 2000 habe ich zum Training an unserem Stützpunkt quasi ins Feld geschossen, da gab es keine Rollerstrecke, nichts. Das entstand alles erst nach 2000. Und selbst seitdem – mit den Erfolgen von Poirée, Defrasne, Bavarel-Robert, Bailly oder Fourcade – wird einfach nicht genug investiert. Würde man finanziell mehr für die Trainer tun, hätte ich sicher C-Trainer in Frankreich werden können. Aber leider ist dem nicht so."

Mittlerweile ist sich Heymann, der seit 1993 in Frankreich lebt, sicher: Sollte ihn in Deutschland ein Trainerjob erwarten, so würde er keine Sekunde mehr zögern und zurück in die alte Heimat kommen.

Was macht eigentlich?

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