Julian Goeggel

Julian Göggel im Interview: "Langlauf allein war mir zu langweilig"

Julian Goeggel Olympia Vancouver 2010 ist nicht mehr weit und nach solchen Höhepunkten erfolgt fast immer eine Zäsur innerhalb der einzelnen Mannschaften. Doch wie ist es mit dem deutschen Biathlon-Nachwuchs bestellt? Gut bis sehr gut, das zeigen die Ergebnisse der Pokalserien und der ersten internationalen Wettbewerbe.

Heute wollen wir Julian Aron Göggel näher vorstellen, der für den SC Gosheim startet, jedoch ca. 50km entfernt wohnt und zur Schule geht. Obwohl er seine Saisonvorbereitung oft allein absolviert, zeigen seine Erfolge, dass sein Trainingspensum umfangreich ist. In seiner knapp bemessenen Freizeit sitzt Julian gern am Computer, auch um seine eigene Homepage www.juliangoeggel.de zu aktualisieren.


zur Person:
Julian Aron Göggel
SC Gosheim / SBW
Trainer: Steffen Hauswald
geb.: 30.10.1992

Erfolge:
EYOF Slask Beskidy 2009 – Sprint m: Platz 8
EYOF Slask Beskidy 2009 – Verfolgung m: Platz 13
DJM 2009 Sprint/Jugend 17m: Platz 2
DJM 2009 Einzel/Jugend 17m: Platz 2
DJM 2008 Sprint/Jugend 16m: Platz 2
DP 2008/09: Platz 2 (258 Punkte)
DP 2007/08: Platz 4 (225 Punkte)
DSC 2006/07: Platz 3 (142 Punkte)
DSC 2005/06: Platz 3 (142 Punkte)

Julian, seit wann betreibst Du Biathlon?
Ich betreibe Biathlon seit dem Sommer 2004. Es begann eines Abends im Frühsommer. Ich fuhr einfach mit meinem Vater nach Gosheim. Rudi Denkinger hat mir die ersten Tipps gegeben. Über diesen ersten Tag kann ich heute mit meinem Vater auf den Rückfahrten vom Training des Öfteren noch lachen.

Wieso hast Du Dich für Biathlon entschieden?
Biathlon hat mich schon immer fasziniert. Der komplexe Anspruch ist für mich die Herausforderung. Langlauf allein war mir zu langweilig. Die mentale Belastung beim Schießen hat etwas Besonderes.

Von wem wirst Du trainiert?
Hauptverantwortlicher Trainer für mich ist Steffen Hauswald. Der gewährt mir den Spielraum, den ich insbesondere in der Saisonvorbereitung brauche. Des Weiteren trainiere ich zeitweise bei Dirk Scheija und ab und zu auch mit Ina Metzner. Ansonsten werde ich oft von meinem Vater "begleitet". Der ist im Winter eigentlich immer mit unserer Ba-Wü-Mannschaft dabei und unterstützt die verantwortlichen Trainer.

Julian Goeggel Worin liegen Deine Stärken und Deine Schwächen?
Meine Schwächen kenne ich in großen Teilen. Mein Handicap war bisher immer meine biologische Rückständigkeit. Ich konnte dennoch aber immer ganz gut mithalten, weil ich eine besondere Freude am Laufen habe. Das Schießen braucht noch Zeit. Der Spruch ist sicher bekannt: "Sich Durchbeißen und das Beste aus sich herausholen. Mit Enttäuschungen umgehen und Erfolge feiern. Ganz für sich selbst." Ich möchte meine Grenzen selber finden.

Hast Du Vorbilder?
Ole!

Stammst Du aus einer sportlichen Familie?
Natürlich sind wir nicht gerade unsportlich. Ich stand auf Langlauf- und Alpinski, da konnte ich gerade mal laufen. Ich trainiere auch oft allein bzw. unter Aufsicht meines Vaters. Meine Familie ist mir überaus wichtig, sie ist immer für mich da, egal, was gerade ansteht, innerhalb der Familie wird alles besprochen und so finden wir auch immer vernünftige Lösungen.

Der vergangene Winter war sehr erfolgreich…
Die EYOF waren im letzen Jahr mein oberstes Saisonziel. Dies und auch alle anderen Ziele habe ich erreicht und war mit der Saison vollauf zufrieden. Die Ziele für nächstes Jahr habe ich natürlich schon im Visier. Die behalte ich aber noch für mich. Schule und Sport parallel zu absolvieren war gerade im letzten Jahr nicht ganz einfach. Die vielen Fehlzeiten, bedingt auch durch die zwei Wochen EYOF hatten einen hohen Preis. Allerdings werde ich dennoch nicht an das SKIF (Ski-Internat Furtwangen) wechseln.

Die Schulzeit liegt schon fast hinter Dir, wie geht es danach weiter?
Ich habe gerade die Abschlussprüfung der 10. Klasse in der Realschule Gammertingen hinter mir. Ich beabsichtige, zunächst über eine Fernschule das kommende Jahr zu absolvieren und dort eine Ausbildung im Medienbereich zu machen. Die weitere schulische Ausbildung mache ich von der eigenständigen Mobilität abhängig. Allerdings soll dies auch über eine Fernschule gehen. Meine Ausbildung sollte parallel zum Sport laufen, allerdings so wie ich es will und nicht durch das herkömmliche Schulsystem begrenzt werden.

Ein paar Worte zum privaten Julian?
Ich verbringe viel Zeit am Computer, höre viel "Hip-Hop" und lass mich gern mit Essen von meiner Mutter verwöhnen.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg im kommenden Jahr!

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