Christoph Stephan

Biathlon-WM Korea: Stephan holt Silber im Einzel

Christoph StephanWäre Andi Birnbacher gesund geblieben, hätte Christoph Stephan heute keinen Einsatz bekommen. Doch was für ein Rennen lieferte der Rudolstädter, der auf der Schlußrunde um jede Sekunde kämpfen mußte und Silber holte. Die Zeit des Führenden Ole Einar Bjoerndalen hatte Stephan nicht erreichen können, der hatte trotz drei Fehlern sein drittes WM-Gold erzielt: "Heute hatte ich sehr viel Glück, denn es war kein ideales Rennen und ich mußte besonders langsam schießen und im Ziel auch sehr lange warten, ob die Zeit reicht.", resümierte Ole. Dass Einzel-Wettbewerbe immer für Überraschungen gut sind, beweist der Blick auf den Bronze-Rang, dort kam der Kroate Jakov Fak ein, der sein Glück kaum fassen konnte: "Ich habe dieses Jahr mit den Slowenen trainiert und bin sehr gut auf diese WM vorbereitet worden. Ich bin sehr, sehr glücklich und hoffe auf weitere gute Resultate."

Eine reichliche halbe Stunde nach dem Start war es fast wie immer: Ole Einar Bjoerndalen lag in Führung, als er auch im zweiten Schießen Fehler vermeiden konnte. Zu diesem Zeitpunkt war er damit der Einzige, denn die direkt hinter ihm liegenden Sumann und Greis hatten jeweils einen Fehler zu verbuchen. Leider verfehlte der Nesselwanger bis zum Schluß nochmals drei Scheiben und hatte keine Chancen mehr auf das Podest. Konstant schoß Alexander Wolf: jeweils ein Fehler in jeder Prüfung, das war zuviel für einen vorderen Platz.

Nach dem dritten Schießen überraschte der Kroate Jakov Fak mit 15 Treffern an Position Eins vor dem Ukrainer Andriy Deryzemlya und Bjoerndalen, der in der dritten Schießprüfung zwei und in der vierten eine Strafminuten erhalten hatte. Doch Fak schien selbst überrascht als er auch im letzten Schießen vier Treffer landen konnte und bis ins Ziel gegen Bjoerndalens Zeit lief.

Jakov Fak Michael Rösch hatte leider vier Strafminuten zu verkraften und so lag die ganze Hoffnung für die Deutschen auf Christoph Stephan, der als 75. Starter noch recht gut im Rennen lag. Er kämpfte um jeden Schuß, blieb nach einer Strafminute im ersten Schießen dann dreimal fehlerfrei und die Schlußrunde mußte enscheiden, ob eine Medaille möglich war. Die Zeit von Bjoerndalen war nicht zu schaffen, doch Rang zwei konnte Christoph erlaufen und Jakov Fak auf Rang drei verdrängen: "Das beste ist, dass ich nun die Qualifikation für den Massenstart in der Tasche habe. Es war schon hart, aber die Betreuer haben mich um die Runde geschrien. Beim letzten Schießen habe ich kaum etwas gedacht und einfach nur geschossen, es hat richtig gut geklappt."

Doch noch war nichts entschieden, da die später gestarteten Athleten auch noch ein Wörtchen mitreden wollten: Fourcade, Landertinger, Tcherezov und David Ekholm, die ebenfalls um die vorderen Plätze kämpften. Ganz besonderes Pech hatte Simon Forucade, der das Podest um eine Sekunde verpaßte und entsprechend traurig die Stöcke in den Schnee schmiß. David Ekholm wurde Fünfter. Der Hochfilzener Dominik Landertinger, der noch am Vortag unter Halsschmerzen gelitten hatte, konnte sich trotz zweier Strafminuten als Sechster vor Ivan Tcherezov platzieren. "Es wäre sicher noch mehr gegangen, aber dass es trotzdem so gut lief, obwohl ich gekränkelt habe, ist schon toll!", resümierte Landertinger nach dem Zieleinlauf.

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Pyeongchang
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