Abfahrt

Trainingslager-Special: Die Angst vorm Berg

Abfahrt Dieser Tage sind im Obertilliacher Biathlon-Stadion etliche kleinen „Jungspunde" oder Hobbysportler zu beobachten, die sich im Schießen oder Skirollern versuchen. Schießen ist dabei eindeutig noch die leichtere Übung, denn ohne vorherige Belastung können sich Touristen und Gäste ausprobieren. Schwieriger ist dabei schon die Bewältigung der Rollerstrecke. Stand man noch nie auf Skirollern oder Inlineskates, kann man dieses Unterfangen getrost vergessen. Doch selbst geübte Flachland- oder Stadt-Skater müssen etliche Panikattacken bewältigen, bevor es das erste Mal bergab geht…

Das linke Bein zittert…warum eigentlich? Als geübter Inlineskater sollte es doch kein Problem sein, diese Stadionabfahrt zu bewältigen. Okay, bisher beinhalteten die Skatingstrecken höchstens ein Gefälle von 5% – aber dennoch, es kann doch nicht so schwer sein?

Einweisung Die Gedanken kreisen umher, während die Biathleten sich Einer nach dem Anderen die Stadionabfahrt (durch Tunnel, mit danachfolgender Kurve) stürzen. Es sieht recht leicht aus, aber die Profis stehen schließlich auch nicht das erste Mal vor dieser Abfahrt. Um es dennoch zu schaffen, wird Hilfe geholt: Jana Hönig, ihres Zeichens ehemalige Langläuferin, sieht das ganze Unterfangen recht einfach: „Einfach erstmal auf der Hälfte des Berges anfangen, dann weiter nach oben gehen."

Und so wird es dann gemacht, Schritt für Schritt arbeitet man sich höher den kleinen Berg hinauf und rast ihn wieder herunter, bis man schließlich ganz oben angekommen ist. Doch da kommen wieder die Gedanken:

Ja, aber das sind immerhin ein paar Zentimeter mehr als noch vor einer Minute. Das heißt,  ich werde noch schneller und werde dann sicher aus der Kurve herausgetragen und während man im Winter überall schön weich fällt, ist das hier Asphalt… (Hilfe!)

Ganz Trainertochter unterbricht Jana die Gedanken: „Wenn man es einmal gemacht hat, dann wundert man sich, warum man je Angst hatte!"

Wenn dem so ist…stürzen wir uns also den Berg hinunter.

Tunnel Fünf Minuten vergehen schlussendlich vom Entschluss bis zur Umsetzung der Tat, doch nachdem man mit lautem Angriffsschrei den Berg und den Tunnel bewältigt hat, kann man vom Rollern gar nicht mehr genug bekommen. Man zieht so seine Runden, bis selbst dieser Berg zu klein erscheint. Also werden neue Herausforderungen gesucht – und davon bietet Obertilliach etliche: Lange Abfahrten, kurvenreiche Abfahrten, schiefe Abfahrten und und und…

Dass erst vorgestern Martina Beck auf dieser Strecke gefallen ist, dämpft den Mut dann jedoch wieder etwas. Aber wenn man diesen schwierigen Teil der Strecke auslässt, ist es doch ein angenehmer Zeitvertreib, wenn man gemeinsam mit russischen und deutschen Weltmeistern die Berge hinauf und hinab meistert.

Und was gibt es schon besseres, als von eben denen für die Runter-Ras-Fortschritte gelobt zu werden?

In diesem Sinne: Der Berg ruft!

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