Michal Slesingr

Im Gespräch mit Michal Slesingr

Michal SlesingrEine Silber- und eine Bronzemedaille hat er bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Antholz geholt. Während es für einige eine Überraschung war, bescheinigten diese Podestplätze dem Tschechen Michal Slesingr lediglich seine tolle Form während der letzten Saison. Übrigens sehr zum "Missfallen" der tschechischen Journalisten, denn diese Erfolge brachten es auch mit sich, dass "Boušek" immer wieder ins Antholzer Pressezentrum kam. Zu der Zeit hieß es dann nur noch, die Computer zu sichern, denn dem 24-jährigen Athleten werden erstklassige Hacker-Qualitäten bescheinigt… Hallo Michal, gleich als Eingangsfrage interessiert uns natürlich, wie Du zum Biathlon gekommen bist.
Ich habe damit angefangen als ich zehn war, ich war einfach ganz aufgeregt über die Möglichkeit, auch mal zu schießen – auch wenn es öfter zum Skifahren ging als zum Schießen. Leider! Aber irgendwann hab ich begonnen, auch die Laufeinheiten zu mögen und da ich gern gegen andere und auch gegen mich kämpfe, habe ich damals nicht aufgehört, obwohl man mich zu Beginn nicht hat schießen lassen.

Michal SlesingrKlettern oder Kayak stehen für Dich oft auf dem Programm. Wie kommt es, dass Dich solche „Action"-Sportarten derart faszinieren?
Ich liebe es wirklich, an meine Grenzen zu gehen und ich liebe den Adrenalinschub. Daher mag ich auch solche Sportarten wie Klettern oder Kayak, derzeit fang ich mit Fallschirmspringen an. Ich finde es einfach toll, gegen mich und die Natur zu kämpfen. Im Leben gibt es für mich einfach wirklich atemberaubende Momente, so was messe ich nicht in Dingen. Ich fühl mich also nur wohl, wenn ich aufstehen und sagen kann: "Verdammt, Du hast es getan!" Dann kann ich echt stolz auf mich sein!

Gibt es irgendeine Sportart, die Du nur passiv vorm TV oder im Stadion verfolgst?
Ich würde gern alle Sportarten ausprobieren, die mich interessieren. Daher glaube ich nicht, dass ich irgendwann einen Sport finde, an dem ich nur passiv interessiert bin und den ich nicht eines Tages ausprobieren will.

Drei Monate sind seit Deinen Medaillen in Antholz vergangen. Hat sich viel verändert?
Natürlich haben sich ein paar Dinge verändert, vor allem habe ich nun aufgrund neuer Aufgaben viel mehr zu tun. Aber damit komme ich klar. Was mir dennoch auffällt: seit den Weltmeisterschaften bekomme ich sehr viele Autogrammanfragen.
 
Wie sieht Dein Sommer aus? Trainierst Du nur oder gibt es noch Ausbildungs- oder Jobverpflichtungen, die Du nebenbei erledigen musst?
Nein, eigentlich trainiere ich nur… und habe natürlich sehr viel Spaß mit meinen „ungefährlichen" Sportarten. (lacht) Ich versuche auch, viel Zeit mit Freundin, Familie und Freunden zu verbringen. Nebenbei eigne ich mir ein paar mehr Programmier-Erfahrungen an und versuche jetzt biathlon-online.de zu hacken. (lacht) Das ist natürlich nur ein Scherz…

Neben dem Hack-Versuch – was sind Deine Ziele für die nächste Saison?
Ich will den Leuten zeigen, dass dies nicht etwas einmaliges war, was mir in Antholz passiert ist. Und natürlich möchte ich versuchen, noch höher im Weltcup aufzusteigen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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