Turiner Doping-Affäre nun auch mit finanziellen Nachwirkungen

 Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sich heute dafür entschieden, dem Nationalen Olympischen Komitee von Österreich Fördermittel im Wert von einer Million US-Dollar zu streichen. Das Geld soll nun stattdessen für weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Doping verwendet werden. Zudem sollen die Österreicher dem IOC bis zum 30. Juni 2008 eine umfassende Untersuchung zu den Doping-Fällen von Turin vorlegen.

Das Exekutive Board des IOC hatte seine postalische Abstimmung auf die Empfehlungen der Disziplinarischen Kommission um den Deutschen Thomas Bach gestützt. Schon im letzten Monat führten die Untersuchungen der Kommission zu einem lebenslangen Ausschluss von sechs Biathleten und Langläufern von den Olympischen Spielen.

ÖOC reagiert prompt – harter Schlag für Biathlon und Langlauf

In einer Pressemitteilung reagierte ÖOC-Präsident Leo Wallner auf die Erklärung des IOC. Er zeigte sich bestürzt, dass man in Turin die gleichen Fehler begangen hätte, die sich schon in Salt Lake City andeuteten. Zudem klagte er den Österreichischen Skiverband (ÖSV) an, durch sein Handeln beinahe einen Ausschluss bei den Olympischen Spielen 2008 und 2010 herbeigeführt zu haben.

Seine Vorschläge zur Problembeseitigung sind gravierend. So empfiehlt er einen "Ausschluss der Betreuer des ÖSV-Langlauf- und Biathlon-Teams Turin 2006 von künftigen Olympischen Spielen". Auch finanziell soll der ÖSV belangt werden – Wallner fordert vom Skiverband die eine Million Dollar ein, die dem ÖOC durch die Sanktion des IOCs entgangen sei.

Am 29. Mai 2007 wird nun auf einer Dringlichkeitssitzung entschieden, inwiefern seine Vorschläge angenommen werden.

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