Skiroller

Skiroller-Teil 5: Manipulations-Vorbeugung bei Wettkämpfen

Skiroller Wenn die weltbesten Biathleten mittlerweile zu einem Skirollerwettkampf antreten, so geschieht das schon seit einigen Jahren auf fairster Basis. Bei der Wahl der Skiroller wird im Vorfeld stets sichergestellt, dass alle Athleten die gleichen „Arbeitsgeräte" unter den Füßen haben und auch die Auslosung der Roller soll zusätzlich verhindern, dass ein Athlet sich beschwert, schlechtere Roller bekommen zu haben.

Nun war das aber nicht immer so, wie einige Vorfälle gezeigt haben: So wurde während des unmittelbaren Trainings vor dem Wettkampf noch einmal an Schrauben gezogen oder mit Lösungsmitteln das Fett aus den Lagern entfernt. Alles nur, um noch ein paar Sekunden dazu zu gewinnen, denn schließlich geht es in vielen sommerlichen Wettkämpfen oft schon darum, sich für den Winter zu empfehlen.

Gerade die deutschen Techniker sind besonders wachsam, was diese Art des Betrugs angeht. „Mit dem SRB-Skiroller hat der DSV in der Sparte Biathlon einen Partner gefunden, der die hohen Ansprüche des Biathlon Teams berücksichtigen kann. Nachdem die richtige Gummimischung für unsere Skiroller gefunden wurde, bestellt SRB-Chef Arno Barthelmes für 100 Herrenmodelle und für 50 Damenmodelle die Räder bei seinen Zulieferern, d.h. 100×4 Herrenwalzen und 50×4 Damenwalzen", erklärte uns unser Gesprächspartner, der DSV-Cheftechniker Björn Weisheit.

Auslosung vor dem RennenAuswahl der Skiroller
Ab diesem Punkt wird das weitere Vorgehen streng überwacht: „Die Aufgabe der DSV Skitechniker ist, aus diesen 100 Paar Herrenmodellen 80 Paar Skiroller heraus zu testen, die in einem 1% Korridor liegen. Das Gleiche gilt für die Damenmodelle, aus 50 Paar Skirollern werden hier 40 Paar heraus gefiltert." Dass das nicht unbedingt eine leichte Aufgabe ist, dessen sind sich alle bewusst: „Dies sind enorme zeitliche bzw. personalintensive Anstrengungen, um 150 Paar Skiroller auf ihre Gleichwertigkeit zu prüfen. Diese Tests zu organisieren und zu realisieren, kann nur in Verbindung mit den DSV Technikern und der Skiroller Firma erfolgen. Aber wenn man bedenkt, dass es um die Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Athleten geht, für den Weltcupeinsatz im Winter,  als auch um Deutsche Meistertitel und Weltmeistertitel, dann ist der Aufwand gerechtfertigt", so Weisheit weiter.

Da vor allem bei älteren Modellen oder bei ausländischen Herstellern von Skirollern noch Manipulation möglich ist, haben die deutschen Hersteller die Roller so weiterentwickelt, dass ein Betrug nicht mehr denkbar ist. Mittlerweile wird jede Schraube an den Rädern mit Siegellack überzogen, sodass ein Herumwerkeln an den Rollern auffallen würde. Zusätzlich zu den Tests durch die deutschen Skitechniker im Vorfeld und das Auslosen vor dem Wettkampf ist so – zumindest in Deutschland – sichergestellt, dass nichts mehr passiert, sobald der Sportler erst einmal seinen Roller in der Hand hat.

Auslosung vor den Wettkämpfen
„Bei der Deutschen Meisterschaft werden die Skiroller 10 Minuten vor dem individuellen Start der Athleten verlost. Es gibt zwei Lostöpfe, da es zwei unterschiedliche Bindungssysteme auf dem Markt gibt. Direkt nach Zieleinlauf, im Zielbereich, werden die Skiroller von den DSV Technikern wieder abgenommen und in den „Parc Fermé", wie in der Formel Eins, eingeschlossen. Bei Ungereimtheiten werden die Skiroller nach dem Rennen noch einmal durch die Lichtschranke gefahren. Ansonsten sind die Skiroller stets unter Verschluss und kommen nur zu den jeweiligen Wettkämpfen zum Einsatz. Dies sind alles Maßnahmen, um die Manipulation am Skiroller zu unterbinden", erklärt Weisheit das Vorgehen an den Wettkampftagen.  

So kann man auch davon ausgehen, dass die Sommerbiathlon-WM in Oberhof nahezu fairer wird als eine Weltmeisterschaft im Winter. Denn während im Winter die besten Teams auch die besten Wachstechniker beschäftigen, werden im September alle Sportler auf den gleichen Rollern stehen. Ohne Wachs. Und ohne Manipulation.

  

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