Hintergrund-Special

Hintergrund-Special: Bad Endorf Teil 1 – Das HoRa-Hauptquartier

Hintergrund-SpecialUm die lange Sommerpause zu überbrücken, werden wir mit Euch einen Blick hinter die Kulissen des Biathlon-Zirkus wagen. Seien es die Ausrüster, die Weltcup-Orte, die Manager oder auch die zahlreichen Fanclubs: Sie alle bieten genug interessanten Stoff für Geschichten rund um den Sport.

Das bayerische Bad Endorf dürfte als Standort der Bundespolizeisportschule den meisten Biathlon-Fans ein Begriff sein, schließlich verbringen die hoffnungsvollsten Talente vier Jahre ihres Profisportler-Lebens in dem Kurort, um ihre Ausbildung abzuschließen. Doch auch aus anderer Sicht ist Bad Endorf wichtig für den Biathlon-Sport: Nur wenige Meter von der Sportschule entfernt sticht eine große Scheune ins Auge, von deren Vorderseite der Schriftzug Hora2000 prangt. In der eigentlich unscheinbaren Scheune wird ein  Großteil  der Schießstände für den Biathlon-Zirkus entworfen und gebaut.

HoRa in Bad Endorf Wie viel Arbeit dahinter steckt, sieht man meist gar nicht, vor allem, wenn man nur die mechanischen Scheiben kennt. Denn solch ein Schießstand ist schnell gebaut: Durch den Aufprall der Kugel klappt die Scheibe nach hinten und viel mehr muss nach nicht beachten. Doch die Scheiben von Hora sind alles andere als einfach. Jede einzelne Scheibe ist technisch ausgeklügelt. Wie das funktioniert ist hier beschrieben.

Für die elektronische Messung sind Sensoren auf der Rückseite der Scheibe angebracht, die allesamt vom Hora-Team selbst hergestellt werden. Neben der Elektronik muss auch das Material beachtet werden, denn ist es zum Beispiel zu schnell gehärtet worden, so kann es schnell brechen – bei all den Schüssen, die ein Biathlet allein im Laufe eines Monats auf die Scheibe abgibt, wäre das fatal.

Technik Ultimativer Tester für die Scheiben ist ein kleiner Kühlschrank. Man könnte meinen, dass darin das Bier gelagert wird, um mögliche Material-Sorgen herunter zu spülen, doch falsch gedacht: Der  Kühlschrank wurde zu einer Mini-Kältekammer Marke Hora umgebaut. „Wir können die Scheibe dadurch ordentlich runterkühlen und geben dann in einem Abstand von paar Zentimetern tausende von Schüssen auf die Scheibe ab. Danach tut einem der Finger verdammt weh, aber man hat es wenigstens optimal getestet“, sagt Chef Ralph Kleinekathöfer mit einem Schmunzeln.

Herstellung der Standnummern Zu einem kompletten Schießstand gehört jedoch nicht nur die Scheibenanlage an sich, auch Standnummern, Schießmatten, Gewehrständer, Windfahnen und vieles mehr wird von dem fünfköpfigen Team in Bad Endorf hergestellt.

Ansonsten kommt die Scheune trotz der vielen Bau-Elemente fast einem Biathlon-Museum gleich. Poster und Erinnerungsfotos von den ersten Biathlon-Eindrücken, etlichen Olympischen Winterspielen und den neuesten Einsätzen prangen von den Wänden. Ein Großteil der Autogramme ist von Biathleten, die ihre Karriere schon längst an den Nagel gehangen haben, die Entzifferung fällt jedes Jahr schwerer. Doch die Wände bieten eindeutig noch genug Platz für neue Sammelstücke.

Ein Problem dürfte das kaum werden, denn zu tun und zu reisen gibt es stets genug…


Im zweiten Teil stellen wir die Bundespolizeisportschule in Bad Endorf vor…

Weitere Hintergrund-Infos werden kontinuierlich in den kommenden Tagen in unserem Hintergrund-Special in der Special-Section ergänzt.

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