Staffel Frauen Weltcup Oberhof 2007

Strafrunden-Krimi in Oberhof

Staffel Frauen Weltcup Oberhof 2007Vor 16.500 Zuschauern in der Rennsteigarena und an den Strecken siegte die Biathlon Staffel Frankreichs vor den Deutschen und den nach Hochfilzen bereits zum zweiten Mal auf Rang drei einkommenden Chinesen.

Die Bedingungen auf der künstlich hergestellten Loipe waren sehr gut, jedoch ungewöhnlich glatt, wie fast alle Läuferinnen einhellig kommentierten. Beinah ohne Naturschnee mußten die Organisatoren auskommen, produzierten in Eiszelten Kunstschnee und holten 3000 m³ geschreddertes Eis aus Bremerhaven, um dieses Event in Oberhof nicht absagen zu müssen.

Es fehlten am heutigen Tag die Mannschaften aus Schweden, die Wolfgang Pichler nicht für die Staffel gemeldet hatte, obwohl alle Damen außer der erkrankten Helena Jonsson in Oberhof sind. Die in Hochfilzen gestarteten Italiener sind erst gar nicht angereist, da die Mannschaft von Krankheiten gebeutelt und lediglich Katja Haller vor Ort ist. Ihre allererste Staffel überhaupt stellten heute die Koreaner, die Gastgeber der Biathlon-WM 2009 sein werden.

Keine Mannschaft kam ohne Strafrunde durch die Schießprüfungen, da der Wind sehr böig ins Stadion am Grenzadler hineinblies.

Bereits kurz nach dem Start kam es zu einem Sturz, in den auch die Weißrussinnen verstrickt waren. In Runde zwei mußte Ann Kristin Flatland ihre Führung an Delphyne Peretto abgeben, als sie in einer Abfahrt stürzte – wahrscheinlich hatte sie dadurch auch völlig die Ruhe verloren, denn beim Stehendschiessen mußte Flatland gar zwei mal in die Strafrunde und wechselte damit erst als Achte auf Gunn Margit Andreassen. Doch die Norweger konnten sich auf der dritten und vierten Runde wieder in die vorderen Ränge hineinlaufen und am Ende Rang 4 vor den Weißrussinnen belegen.

Martina Glagow ging als Startläuferin für die deutsche Staffel ins Rennen und konnte sich bis zum Wechsel gemeinsam mit Florence Baverel-Robert (FRA) und Tora Berger (NOR) in der Spitze behaupten, während die favorisierten Russen mit Ekaterina Iourieva durch eine Strafrunde nach dem Stehendschiessen auf Rang 8 zurückfielen. Die Russin hatte sich nach der Einfahrt ins Stadion auch noch auf die Zielgerade verirrt, statt korrekt in die Wechselzone einzubiegen. Durch 3 weitere Strafrunden der Schlußläuferin Natalia Guseva verlor die russische Mannschaft alle Hoffnung auf einen vorderen Platz und wurde Sechste.

henkelschiessOHOF06 Die zweite Deutsche Andrea Henkel machte es beim Stehendschiessen spannend, als sie 3 Nachlader benötigte, während Delphyne Peretto eine Dreiviertelminute vor Deutschland mitnehmen konnte. Die Russinnen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits 2 Minuten Rückstand – Pech auch beim Stehendschiessen als Anna Bogaliy-Titovets erst die falsche Schießbahn wählte und auch dort wertvolle Sekunden verlor. Die Ukraine konnte sich zwischenzeitlich durch lediglich einen Nachlader auf Position 3 gemeinsam mit der chinesischen Mannschaft einsortieren, verloren dann aber beide mit der dritten Läuferin durch Strafrunden die gute Platzierung.

Kathrin Hitzer schien ihr Staffeldebüt ohne Nerven anzugehen. Beim Liegendschiessen benötigte sie einen Nachlader, dann holte sie auf der Strecke Meter um Meter auf und lief den Schießstand fast gemeinsam mit der Führenden Sylvie Becaert an. Dort hatten beide mit dem Wind zu kämpfen und Kathrin Hitzer mußte leider eine Strafrunde absolvieren, während die Französin mit drei Nachladern alle Ziele treffen konnte.
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 Sandrine Bailly nahm einen Vorsprung von einer halben Minute mit auf die Schlußrunde gegen Kati Wilhelm und baute diesen Vorsprung weiter aus, mußte nach dem Liegendschiessen jedoch einmal in die Strafrunde und verließ 10 Sekunden vor Kati das Stadion. Das letzte Stehendschiessen der beiden zog sich bei widrigsten Windbedingungen ewig hin und sie schossen beinah parallel 2 Strafrunden heraus. So konnte sich Xiangying Liu kurz hinter den beiden Führenden einsortieren, da sie nur 2 Nachlader benötigte.

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