Carolin Hennecke, Juliane Döll und Franziska Hildebrand

Ein überaus erfolgreicher Winter

Weltmeisterschaften

  GoldSilber
Bronze
Junioren 533
Senioren 533
                       
 
Europacupstand

 Gesamt
Frauen Ute Niziak
Herren Norbert Schiller


Weltcupstand

 Gesamtweltcup
Disziplinenweltcups 
Frauen  Andrea HenkelVerfolgung (Kati Wilhelm) Einzel (Andrea Henkel) Massenstart (Kati Wilhelm) 
Herren  Michael GreisSprint (Michael Greis)  

Junioren

Carolin Hennecke, Juliane Döll und Franziska Hildebrand Der DSV kann zufrieden sein. Egal auf welcher Ebene. Bei den Junioren hat die deutsche Auswahl einmal mehr bewiesen, dass sie dominierend sind im Nachwuchsbereich. Kamen Magdalena Neuner und Kathrin Hitzer noch in ihrem Juniorenjahr in die Weltcupauswahl, so hat auch Carolin Hennecke dieses Jahr wieder bewiesen, dass solch ein Schritt auch für sie gerechtfertigt wäre. Schon im letzten Jahr bei der Junioren-WM hatte sie sich eindrucksvoll in Szene setzen können, mit Silber im Einzel und Gold in der Staffel fügte sie im italienischen Martell weitere Medaillen zu ihrer Sammlung hinzu. Die WG-Gefährtin von Kathrin Hitzer wird mit diesen Erfolgen hoffentlich auch bald ihre Chance bei den ganz "Großen" bekommen. Ebenfalls erfreulich die Leistung von Juliane Döll. Letztes Jahr noch nicht bei der Junioren-WM am Start, erkämpfte die für den Oberhofer WSV startende Athletin dieses Jahr Bronze in der Verfolgung und mit Hennecke und Franziska Hildebrand zusammen Staffelgold.

Noch eindrucksvoller jedoch die Leistungen der Jungs: dreimal Gold für Christoph Stephan und schon war der Weg offen in den Weltcup. Die letzten drei Stationen bekam der Thüringer eine Chance, die er zu nutzen wusste. Nicht nur beim Gaudi-Skispringen mit Kollege Rösch, sondern Christoph Stephan, Sebastian Berthold, Daniel Böhm, Simon Schempp auch in der Spur bewies er sein Können und zeigte Bundestrainer Ullrich mit Plätzen innerhalb der Top 15, dass sein Einsatz gerechtfertigt war.

Ebenfalls zu eifrigen Medaillensammlern bei der Junioren-WM wurden die Herren Graf, Schempp und Böhm. Florian Graf erhielt als Läufer der Jugend-Klasse zwar keinen Einsatz in der Goldstaffel, doch belegte er mit Bronze im Jagdrennen und Gold im Sprint, dass mit ihm auch in den kommenden Jahren zu rechnen sei. Simon Schempp hingegen nutzte seinen Einsatz in der Staffel und heimste neben dem dort erkämpften Gold auch gleich noch Bronze in der Verfolgung ein – hinter seinen Kollegen Stephan und Daniel Böhm. Letzterer, Starter des SC Buntenbock, hätte sich goldig dekorieren können, wäre da nicht Zimmerkollege Christoph Stephan gewesen. Zweimal – in Sprint und Verfolgung lag er hinter ihm, erst in der Staffel, in der sich auch endlich Sebastian Berthold eine Medaille sichern konnte, reichte es für Gold. Doch zusammen feiern war schon immer schöner…

Europacup

Ute Niziak Wie jede Saison haben die besten Europacupstarter auch in diesem Winter wieder eine Chance bekommen, sich im Weltcup zu behaupten. Doch es hat sich nichts geändert, denn für sie ist es weiterhin schwieriger als für die Junioren, sich im Weltcup-Team durchzusetzen. Sind doch schließlich auch die Erwartungen an die Athleten größer, von denen einige schon seit Jahren in diesem Sport dabei sind, während die Junioren sich ja immer noch am Anfang einer langen Lernphase befinden, wie die Trainer immer wieder betonen. Ute Niziak schloss diese Saison als Europacupführende ab. So war es auch verständlich, dass die Starterin des SSV Altenberg zusammen mit der Drittplatzierten des Europacups, Jenny Adler zum Saisonende noch einmal in Oslo und Russland starten durfte. Bei beiden reichte es auch für Platzierungen in den Weltcuppunkten. Doch der Leistungsdruck innerhalb der Mannschaft ist groß. Das musste auch Sabrina Buchholz spüren. Jenny Adler Die Zweite des Europacups begann ihre Saison viel versprechend: zweitbeste Deutsche mit einem sechsten Platz hinter Andrea Henkel beim Weltcup in Östersund, bis Pokljuka folgte sie dem Weltcuptross, doch zu weiteren Top-Ten-Platzierungen reichte es nicht. Und wieder war sie im Europacup zu finden, denn gerade in der starken deutschen Mannschaft dieses Winters war es besonders schwer, sich konstant gegen die interne Konkurrenz zu behaupten.

Bei den Herren wurde ein guter "Newcomer" des Sommers zum Weltcup berufen: Robert Wick. Doch schaffte er es in den ersten drei Weltcupstationen nicht in die Punkte und so wurde auch diese Weltcup-Lernphase vorzeitig beendet. Selbst im Europacup reichte es nicht mehr für vorderste Platzierungen, vielleicht waren auch einfach der Druck und die Erwartungen zu groß, die nach den Deutschen Meisterschaften auf ihm lagen. Keine Neulinge in diesem Wechsel zwischen Europacup und Weltcup waren Jörn Wollschläger, Daniel Graf Daniel Graf und Carsten Pump. Seit dem Weltcup in Oberhof immer wieder im Wechsel von Bundestrainer Ullrich eingesetzt, schafften sie es alle früher oder später in die Weltcuppunkte. Wie  sagte Pump in Oslo? – er sei es leid, sich in einem ständigen Wechsel von Europacup zu Weltcup zu befinden und wolle sich endlich auch bei der Weltelite etablieren. Ein Platz wird nun mit dem Weggang von Ricco Gross frei, doch werden es die "älteren" Athleten weiterhin schwer haben – klopft doch mit Christoph Stephan schon einer an die Tür, der vielleicht erst am Anfang seines Leistungsvermögens steht.

Immer wieder fragt man sich leider, was ein EC-Platz eigentlich wert ist. Es gab Tage, da gingen nichtmal zwanzig Athleten an den Start, was zählt ein gutes Ergebnis dann noch? Und fast will man sie verdrängen: die Europameisterschaft. Die Deutschen fuhren hinterher, bis Ute Niziak mit Verfolgungssilber den Knoten zum Platzen brachte. Dann folgten Staffel-Gold für die Herren und Silber für die Damen-Staffel. Doch nach einer solch erfolgreichen Europacup-Saison bleibt ein fader Nachgeschmack über den Titelkämpfen im bulgarischen Bansko. Waren die Erwartungen nicht eigentlich größer? Was auch immer in dieser Liga der "zweiten Garde" passiert, es wird leider weiterhin schwer für all die Starter werden, sich im Weltcup durchzusetzen…

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