Die Jungen mischen die Weltklasse auf

Die deutschen Skijägerinnen haben diese Saison so ziemlich alles erreicht, was man erreichen kann. Sie sammelten mit 16 Erfolgen in 27 Weltcuprennen mehr Siege als alle anderen zusammen. Immer wieder betonten sie, dass diese Stärke aus dem Zusammenhalt im Team und der Freundschaft untereinander resultierte. Zwei Neue des stärksten Biathlonteam dieser Saison haben uns diesen Winter besondere Freude bereitet – die beiden Juniorinnen Kathrin Hitzer und Magdalena Neuner.

Kathrin Hitzer Es war die erste Weltcup-Saison überhaupt für Kathrin Hitzer und es lief wie im Traum. Ein ganzes Jahr hatte sie sich vom Biathlonsport zurückgezogen, um ihr Abitur abzuschließen und dann präsentierte sie sich während der Deutschen Meisterschaften in einer Top-Verfassung, die Bundestrainer Uwe Müssiggang keine andere Möglichkeit ließ, als sie mit zum Weltcup zu nehmen. Und es war die richtige Entscheidung, denn Kathrin wusste sich auch unter den Top-Athletinnen der Szene zu behaupten. Angefangen bei ihrer Auszeit bis hin zu ihrer Bodenständigkeit nach all den Erfolgen war ihr eigener, starker Wille ihr ständiger Begleiter und vielleicht auch eine Art Beschützer. „Du musst Dein Leben selbst in den Griff kriegen, bei dir selbst bleiben und das machen, was du selber willst!"  Vor allem nach all dem Medienrummel um ihre Person brauchte man diesen starken Willen, um mit den Erfolgen klar zu kommen. „Also es ist schon krass, was da passiert. Es ging von Null auf Hundert. Schon nach den Deutschen Meisterschaften kamen viele Reporter auf mich zu. Es gibt einfach viele Sachen, die man neu lernen muss…"  

Viel mehr lernen musste wohl ihre Zimmergenossin. Oder wie drückte es Kathrin während der WM aus? „Wir sind ein ziemlich gefragtes Zimmer. Ich sag schon immer, wenn die Zimmertür aufgeht: "Da ist sie. Da ist die Lena! Beachtet mich gar nicht, ich unterschreib einfach mal weiter meine Autogrammkarten!'"

Magdalena Neuner Ohja, Magdalena Neuner war gefragt während der WM. Keiner, am wenigsten sie hatte mit diesem Erfolg gerechnet. Drei WM-Goldmedaillen und Neuner war „einfach wunschlos glücklich". Die Weltcupeinsätze in dieser Saison sollten „die Mädchen" als Lehrstunden nutzen – das war zumindest der Wunsch von Bundestrainer Uwe Müssiggang. Doch Lena belegte immer wieder, dass das Wort Lehrstunden eigentlich nicht angebracht war, bewies sie sich doch als Biathlon-Meisterin und kaum noch als „Schülerin". Sieben Saisonerfolge – das sollte ihr erstmal einer nachmachen. Dennoch stieg ihr der Erfolg nicht zu Kopf, sie bleibt so bodenständig und immer-fröhlich, wie man es vor den großen Erfolgen von ihr gewöhnt war.

Die Frage nun bleibt nur: Was hält die neue Saison für diese beiden jungen Athletinnen bereit? Wie es Magdalena Neuner schon ausdrückte „Was jetzt noch kommt, ist egal."  Doch nach den Ergebnissen dieser Saison kann man kaum glauben, dass ihnen irgendwelche Grenzen gesetzt sind. Fakt ist, der Deutsche Skiverband braucht sich nicht um die Zukunft zu sorgen, Hitzer und Neuner scheinen sie fest in der Hand zu haben.

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