Luggi Gredler

(WM 07 Randnotizen) Das große Good-Bye

Luggi GredlerDie Staffelentscheidung des heutigen Tages war für einige Athleten der letzte große Auftritt, denn ob sie beim morgigen Massenstart an den Start gehen werden, hängt von dem Ausfall anderer Sportler ab – und den wünschen sie niemanden.

Traurig war es für Luggi Gredler – während seine Mannschaftskameraden um eine Medaille kämpften, lief Luggi im Stadion herum, später war er im VIP-Zelt essen, stets etwas ruhiger als gewohnt. Was soll man auch sagen, wenn man seine letzte Saison bestreitet und für die Staffel nicht nominiert wird? Die letzte Medaillen-Chance ist vergeben, die WM vorüber. Ein ruhiger Ausklang einer großen Karriere…
Im Zelt jedoch auch ein Anderer, der von einem solchen Abschied ein Lied singen kann: Vladimir Dratchev, "der kleine Trommler im Schnee", der schon seit letzter Saison nicht mehr auf der großen Biathlon-Bühne mittrommelt. Vielleicht haben sie sich bei einem Gläschen an der Bar getroffen, um über die Karrieren zu reden. Wer weiß…
Rwilly
"Danke Willy" – ein riesiges Plakat hatte seine Verwandtschaft für den Antholzer Willy Pallhuber vorbereitet und auch er bedankte sich – zusammen mit seinen italienischen Staffelkollegen. Ein Blech-Platz zum Abschluss, das beste Ergebnis eines italienischen Quartettes seit langem. Und alle vier Azzurri strahlten wie die Lausbuben, als sie endlich oben "neben" dem Podest stehen konnten. Pallhuber ist derzeit dritter Reserveathlet für den morgigen Massenstart, d.h. drei Athleten müssten krank werden. Unwahrscheinlich, dass er doch seinen letzten WM-Renntag erst morgen haben sollte.

Ricco Gross
Den lautesten Abschied feierte allerdings Ricco Groß. Gewohnt als Staffelläufer im Einsatz, gab er offen zu, dass der Wehmut ihn überkommen würde. Und die Fans halfen dabei, ihm einen würdigen Abschluss zu bescheren: Laute "Ricco-Ricco-Ricco"-Rufe im Stadion und dem sonst so lockerem Athleten lief es kalt über den Rücken. Doch feiern kann auch er noch nicht. Fällt ein deutscher Athlet aus, ist Ricco beim morgigen Massenstart noch einmal dabei. Doch er wünscht niemandem einen Ausfall und so ist es vielleicht nicht schlecht, dass er sein letztes WM-Rennen in der so heiß geliebten Staffel bestreiten konnte.

Rraph

Das letzte WM-Rennen wird es morgen auch für Raphael Poiree. Dass er startet, ist eigentlich keine Frage. Und dann bleibt abzuwarten, wie laut sein WM-Abschied gefeiert wird. Denn das französische Team steht dazu: lauter als sie ist keiner. Höchstens ein Wolfgang Pichler kann es an der Strecke mit ihnen aufnehmen. Doch der ist alleine. Wenn die Franzosen Zurufe abfeuern, dann haben die es in sich.

…und vielleicht können sie diese Zurufe morgen in Richtung des obersten Podestplatzes abfeuern. Zu wünschen wäre es dem "Flying Frenchman."

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