Jay Hakkinen

(Sommer 2005) Jay Hakkinen

Wenn man im Biathlon das Wort "Amerikaner" hört, wird man wohl immer als erstes an ihn denken: Jay Hakkinen. Kein Athlet von Übersee ist in den letzten Jahren so gut wie er gewesen. Gerade deshalb sollte man auch in dieser Saison besonders auf den Amerikaner achten.

Jay HakkinenHi Jay. Zur Zeit weilst du in Oberhof. Wie läuft das Training?
Mein Training beginnt härter zu werden, mit größerer Intensität, mehr Volumen und es beinhaltet eine Menge Schießtraining. Insgesamt scheint alles nach Plan zu verlaufen.

Wie ich gehört habe, warst du im Juli in Frankreich zum Trainingscamp. Was ist dort der Unterschied zu deinen Trainingsbedingungen zu Hause?
Jeder Ort, an dem ich trainiere, hilft mir auf verschiedene Art und Weise, schneller zu werden, die Französischen Alpen helfen mir, Stärke zu erlangen und meine Höhenanpassung zu verbessern und das Training an der Küste von Cook Inlet in Alaska hilft mir, Ausdauer und Schnelligkeit zu erlangen.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem jetzigen Training und dem Training im Herbst?
Je mehr die Saison näher kommt, desto spezifischer wird das Training und ich trainiere intensiver und nehme an mehr Wettkämpfen teil. Das trifft, soweit ich weiß, auf alle Biathleten zu.

Ist deine Vorbereitung dieses Jahr aufgrund der olympischen Winterspiele anders als in den anderen Jahren? Und wenn ja, was ist anders?
Wie die Norweger sagen, 'Alt fur OL.' (Alles für die Olympischen Spiele). Ich möchte gut bei den Spielen abschneiden und daher war das Wichtigste, den Trainings- und Wettkampfszeitplan zu strukturieren, um sicher zu stellen, dass ich im richtigen Moment topfit bin. Daher gibt es natürlich auch mehr Stress und persönlichen Druck in den olympischen Jahren aber das motiviert mich auch und lässt mich härter trainieren.

Als die Olympischen Winterspiele 2002 beendet waren, wurdest du mit einem 13. Platz in der Herren Verfolgung als größter US-Biathlet angesehen. Was sind demnach deine Hoffnungen für Turin?
Ich sehe mich selbst nicht als größten US Biathleten. Ich glaube, Josh Thompsons Silbermedaille bei der WM 1987 stellt ihn immer noch eine Stufe über mich. Jedoch bin ich noch aktiv und habe daher noch einige Chancen, besser als er zu werden. Meine Hoffnung für Turin ist eine Medaille.

Letztes Jahr warst du 33. im Weltcup – was sind deine Ziele für die nächste Saison?
Ich würde gern meinen Gesamtweltcup-Rang verbessern und einige gute Resultate in den Weltcups erzielen. Trotzdem ist mein Training und mein Fokus darauf ausgerichtet, bei den Olympischen Winterspielen gut zu sein.

Seit 1992 bist du Biathlet. Wie motivierst du dich immer wieder?
Ich habe noch immer ein paar Resultate, die ich erreichen will bevor ich mit dem Biathlon aufhöre. Grundsätzlich fühle ich, dass ich noch immer die Chance habe, zu gewinnen und das hält meine Motivation oben.

Jay Hakkinen Als du jünger warst, hast du Hockey gespielt, aber während deines Austauschjahrs in Norwegen wurdest du zum Biathleten. Wie kam das?
Nachdem ich mir zu viele Knochen beim Hockey gebrochen habe wechselte ich zum Langlauf, was mir geeigneter erschien. 1994, als ich zwecks meines Austauschjahres in Vingrom/Norwegen war, fanden meine Gasteltern – Kari und Bjorn Ostengen – dass es am besten wäre, wenn ich mit dem lokalen Biathlonclub trainieren würde. Ich genoss das Training und hatte etwas Erfolg und so blieb ich beim Biathlon.

Wie würde dein perfekter Biathlon-Tag aussehen?
Schnell Skifahren, sauber Schießen, auf dem obersten Podestplatz stehen.

Auf welchen Wettkampf-Strecken läufst du am liebsten?
Aus irgendeinem Grund scheine ich in Ruhpolding immer gute Resultate zu erzielen. Ich habe mich dort letztes Jahr für die Olympischen Winterspiele qualifiziert und mein zweibestes Weltcupresultat (6.Platz) ist auch dort entstanden, daher denke ich, macht all das Ruhpolding zum Favoriten.

Welche Disziplin bevorzugst du?
Ich bin am besten in Sprint-Wettkämpfen.

Was machst du in deiner Freizeit?
Der größte Teil meiner Freizeit wird gebraucht, um mich von den Workouts zu erholen, Mittag- oder Abendessen zu machen oder mein Training zu analysieren. Natürlich genieße ich es auch, auswärts zu essen, Filme anzuschauen etc. aber normalerweise habe ich nicht die Zeit oder Energie, zu viel zu machen.

Was sind deine Pläne nach dem Sport?
Ich finde die kommerziellen Lachsfischereien in Alaska interessant. Wenn ich aufhöre und mehr Zeit habe, würde ich gerne weltweit für den Verkauf von Lachs aus Alaska werben. Ich bin jetzt schon ein Fischer und werde durch Kenai Wild Salmon gesponsert, welches ein hochqualitatives Lachsprodukt ist, das aus meiner Heimatstadt kommt. Ich würde es natürlich vor allem gern sehen, wenn Lachs, der in Alaska gefangen wurde, in Europa verkauft wird, statt all dem ungesunden bewirtschafteten Lachs, der zwar billig ist aber bei dem wissenschaftlich bewiesen wurde, dass er große Mengen an Giften wie PCB, Dioxin, Toxaphen etc. beinhaltet, die Krebs und andere körperliche Beschwerden verursachen.

Was wünschst du dir für die zukünftige Entwicklung des Biathlons in deiner Heimat?
Was das US Biathlon Programm zur Zeit am nötigsten braucht, ist eine Medaille im Weltcup, den Weltmeisterschaften oder den Olympischen Spielen. Ich hoffe dass ich der jenige sein kann, der diese Medaille gewinnt. Ich will die USBA als gut respektiertes und professionelles Programm angesehen haben und der Gewinn einer Medaille würde bestätigen, dass wir das sind.

 

 

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